Hackerangriffe

Hackerangriffe: Deutsche Unternehmen schützen sich zu wenig

Deutsche Unternehmen im Visier von Hackern

Mehr als die Hälfte aller Unternehmen in Deutschland wurde den letzten zwei Jahren von professionellen Hackern angegriffen. Wie der Branchenverband BITKOM mitteilte, handelte es sich hierbei vor allem um Wirtschaftsspionage, Sabotage und Datendiebstahl. Diese alarmierenden Zahlen stammen aus der bisher umfangreichsten Erhebung zur Datensicherheit in Unternehmen, für die der Verband 1.074 Geschäftsführer und IT-Sicherheitsverantwortliche befragte.

Am stärksten betroffen sind Automobilindustrie, die Chemie- und Pharma-Branche, Banken und Versicherungen – ihres Zeichens auch die wirtschaftlich potentesten Wirtschaftszweige in Deutschland. Die Hackerattacken verursachen dabei einen jährlichen Schaden von rund 51 Milliarden Euro, wobei es sich laut Prof. Dieter Kempf, Präsident der BITKOM, allerdings um eine konservative Berechnung handelt.

Der Erfolg der kriminellen Hackerangriffe und Datenspionage wird unter anderem auch dadurch unterstützt, dass Firmen ihre Infrastrukturen nicht genügend und nicht professionell schützen. Hier ist vor allem beim Mittelstand Handlungsbedarf, denn die IT-Systeme und Kommunikationsinfrastruktur kleiner und mittlerer Unternehmen sind nicht gewappnet für systematische digitale Angriffe.

Bei den Attacken geht es nicht mehr nur um einfachen Diebstahl beispielsweise von Kundendaten oder Kreditkartennummern. Die Hackerangriffe dringen bis ins Innerste von Firmen vor und sammeln dort sensible Unterlagen wie Geschäftspläne, Strategiepapiere, Firmenknow-how etc. Besonders tückisch ist hierbei, wenn mit der IT verknüpfte Systeme manipuliert werden und so, manchmal zunächst unbemerkt, erhebliche Schäden entstehen.

„Die Aussagen von BITKOM spiegeln genau unsere Beobachtungen und Erfahrungen wider. Auffällig ist, dass die Cyber-Angriffe mit immer mehr Aufwand durchgeführt werden“ bestätigt Roland Messmer (LogRhythm, Direktor Zentral- und Osteuropa) „Das zeigt, dass hier viel Geld im Spiel ist und sich für Kriminelle offensichtlich ein lukrativer Markt etabliert hat. Möglicherweise stehen hinter den Hackern auch potente Financiers oder sogar staatliche Einrichtungen, die sich zum Beispiel durch Wirtschaftsspionage einen Wettbewerbsvorteil für ihre eigene Wirtschaft verschaffen wollen.“

Klassische Sicherheitslösungen wie Firewalls, Verschlüsselungen oder Anti-Virus-Software weisen Schwachstellen auf, an denen Hackerangriffe gezielt ansetzen. Und viele dieser Cyberattacken bleiben dabei völlig unerkannt, denn nur durch detaillierte, intelligente Analyseverfahren aller sicherheitsrelevanten Daten können verdeckte Angriffe enttarnt werden.

Für den Schutz vor Angriffen eignen sich Protective Monitoring-Systeme, die in Echtzeit die gesamte IT-Infrastruktur überwachen können, alle von den Systemen generierten Log-Daten zusammenstellen und analysieren. Auf diese Weise kann im Falle eines Cyberangriffs schnell mit Gegenmaßnahmen reagiert und so größerer Schaden verhindert oder zumindest begrenzt werden.